Hier ein paar Tipps für uns alle, um nicht nur nette Hashtags wie #futureisfemale zu verwenden, sondern den Wandel auch im Berufsalltag zu leben, das Patriarchat ins Wanken zu bringen und es nicht nur den Frauen zu überlassen, für Geschlechtergerechtigkeit zu kämpfen:

  1. Mach den Implicit Bias Test auf https://implicit.harvard.edu
    Ja, auch du. Nur weil du auf dieser Plattform gelandet bist, heißt das nicht, dass du nicht voreingenommen bist. Wir sind es alle. Sogar eine der Erfinderinnen des Tests, die Harvard-Professorin Mahzarin Banaji, stellte fest, dass sie implizite rassistische und geschlechtsspezifische Vorurteile hatte.
  2. Denke daran, dass Ingenieur*innen und Techniker*innen gemacht und nicht geboren werden.
    Eine der größten Hürden bei der Rekrutierung von Frauen ist die Vorstellung, dass mathematische und naturwissenschaftliche Fähigkeiten inhärent sind. Die Wahrheit ist, dass man lernen kann, ein*e großartige*r Programmierer*in, Techniker*in oder Ingenieur*in zu werden. Das Gehirn ist ein Muskel, der trainiert werden muss, um stärker zu werden.
  3. Lass die Mädchen in deinem Leben an Dingen basteln, Spielzeug kaputt machen, schmutzig werden und scheitern.
    Und lass sie wissen, dass Widrigkeiten in diesen Bereichen üblich sind. Aus Fehlern zu lernen und sie zu überwinden, ist Teil des Lernprozesses.
  4. Verbreite die Nachricht, dass Ingenieur- und Informatikbereiche enorm soziale Auswirkungen haben.
    Frauen priorisieren im Durchschnitt „gemeinschaftliche Ziele“ in ihrer Karriere, was bedeutet, dass sie es schätzen, mit Menschen zu arbeiten und ihnen zu helfen. Ingenieur*innen und Techniker*innen können künstliche Gliedmaßen entwickeln, Lösungen für Dürre und Hunger finden und Cyberangriffe verhindern. Passe auch Stellenanzeigen an und streiche den Zweck und die Wirkung (Purpose & Impact) der angebotenen Stelle hervor.
  5. Wenn du eine Frau bist, die im Ingenieurwesen oder in der Technik arbeitet, such nach Möglichkeiten, Mädchen und jungen Frauen als Vorbild zu dienen.
    Leiste deinen Beitrag für die Belegschaft von morgen. Sei Mutmacherin und Vorbild für andere und diejenigen Frauen, die eine Karriere in diesem Bereich anstreben. Engagiere dich bei „Girls‘ Days“, gehe in Schulen, unterstützte Initiativen wie techshelikes.
  6. Empfehle andere Frauen für eine offene Stelle.
    Denke immer zuerst an eine Frau, die diesen Posten gut besetzen kann, verweise auf sie und sprich sie im Bedarfsfall direkt an.
  7. Wenn du ein Mann bist, der im Ingenieurwesen oder in der Technik arbeitet, weigere dich, in Gremien zu sitzen, in denen nicht mindestens eine Frau vertreten ist.
    Es stimmt, dass es in diesen Bereichen weniger Frauen als Männer gibt, aber es gibt keine. Vermittle die Botschaft, dass Frauen in die Ingenieurs- und Technologiebranche gehören, indem du Konferenzen dazu ermutigst, mehr Frauen zu Wort kommen zu lassen.
  8. Wenn du ein*e Arbeitgeber*in bist, ziehe die Manager*innen für ihre Einstellungs- und Beförderungsentscheidungen zur Rechenschaft.
    Stelle sicher, dass Entscheidungen belegt werden können, ohne sich auf Geschlechterstereotypen oder -annahmen zu berufen.
  9. Wenn du ein*e Arbeitgeber*in bist und merkst, eine geschätzte Mitarbeiterin arbeitet seit Jahren nah an der KV-Mindesgrenze, hackelt aber für zwei, biete ihr ein Gespräch über eine Lohnerhöhung an.
    Vielleicht traut sie sich einfach nicht zu fragen.
  10. Wenn du ein Manager bist, versuche, Geschlechtsinformationen aus Bewerbungen und Bewertungen zu entfernen.
    Studien zeigen, dass Arbeitnehmerinnen und Bewerberinnen diskriminiert werden, selbst wenn sie die gleiche Qualifikation wie ihre männlichen Kollegen mitbringen.
  11. Wenn du an oder nahe der Spitze einer Organisation stehst, mache klar und deutlich, dass die Gewinnung und Bindung von mehr Frauen für technische (nicht nur administrative) Aufgaben eine Prirotätit für deine Organistaion ist.
    Einfache Dinge, wie das Erstellen einer Diversity-Erklärung und das Einbeziehen von Männern für das Thema sind sehr hilfreich.
  12. Wenn du Journalist*in bist, schreibe nicht nur über das Aussehen, die Kleidung und die Rolle der Mutter der Frau, sondern nimm auch in die Berichterstattung von Männern auf, dass sie erfolgreiche Gründer und  liebevolle Väter sind. Das klingt doch auch ganz nett.
  13. Respektiere Führungsqualitäten.
    Hör auf, Frauen als ‚bossy“ zu bezeichnen, wenn sie starke Führungsqualitäten beweisen.
  14. Lache nicht über Sexismus.
    Frauenverachtende Nebenaussagen sollten nicht lustig gefunden werden, sondern weise darauf hin, dass sie unpassend ist. Das erzielt immer seine Wirkung. 

Quelle: https://ww3.aauw.org/2015/03/26/add-women-engineering-and-tech