Die Gerechtigkeit im Bildungssystem könnte mehr Publicity vertragen

by Daniela Wolf

Es gibt scheinbar keine/n PolitikerIn, die/den der Ausbau der Gerechtigkeit im Bildungssystem nur ansatzweise interessiert: Wenn man die anhaltenden Diskussionen zur Digitalisierung verfolgt, werden Schulen künftig beinahe nur mehr aus Technologien bestehen. Sich nur darauf zu beschränken, ist jedoch nur die halbe Miete, denn die Gerechtigkeit im Bildungssystem, sollte trotz neuer Technologien um nichts weniger Beachtung erhalten. Der Technologie-Einsatz alleine dient dem Fortschritt des Bildungssystems nur wenig. Dass digitale Tools unterstützend zum Einsatz kommen können, stelle ich gar nicht in Abrede.

Wenn man jedoch wirklich etwas verändern will, muss man bei der bestehenden und wachsenden Ungleichheit im Bildungssystem ansetzen. Gut, dass es den Falter gibt, denn der Artikel “Sie nennen uns die Opferschule” bringt auf den Punkt, was wir offenbar noch immer nicht wahrhaben wollen oder gekonnt ignorieren. Zwar sind wir alle unglücklich, wie ungleich der Wohlstand heute verteilt ist und wie sich Rücksichtslosigkeit durchsetzt – wofür Menschen, die durch Eliteschulen gegangen sind, verantwortlich sind – dennoch entfernen wir unsere Kinder aus vermeintlich schlechten Schulen und tragen dazu bei, manchen Bürgern, gerade Kindern aus sozial schwachen Gruppen, schon in jungen Jahren viele Chancen zu verbauen. Durch diese Trennung gibt es nämlich meistens niemanden mehr, der Kindern aus schwachen Familien die Tür zu sozialem Kapital aufzeigt. Die Lehrer sind oft überfordert und die sozial Bessergestellten, die sie mitnehmen könnten, gehen in andere Schulen. Dass das uns bzw. unseren Nachkommen später viel Geld kostet, um das auszugleichen – daran brauchen wir heute doch noch nicht denken oder?

Florian Klenk: “Sie nennen uns die Opferschule”, 28. Juni 2017

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